Entwicklung der Waldorfkindergärten in Berlin und Brandenburg seit 1991


Die Anfänge des Waldorfkindergarten Pankow reichen bis ins Jahr 1981. Unter dem Dach der Christengemeinschaft trafen sich damals Kinder einmal wöchentlich im „Pankower Spielkreis“ und in der „Märchenstunde“.
 
Gleich nach der Wende setzten sich Eltern für die Gründung eines Waldorfkindergartens ein und im Herbst 1990 konnten die ersten Kinder betreut werden. Schon bald wurden in der dann bezogenen Gründerzeitvilla, mit großem Gartengrundstück, mitten im ehemaligen Regierungsviertel Ost-Berlins, 45 Kinder in drei Gruppen betreut.
 
2007 wurde ganz in der Nähe, unter großem Einsatz, ein Haus saniert und somit kamen noch zwei weitere Gruppen unter, wobei die Kleinkindgruppe schon seit einiger Zeit in einem Haus gegenüber des Stammhauses Kinder betreute. Die beiden Gruppen kommen nach wie vor in den Garten des Stammhauses.
 
1991 hat sich aus einer Initiative und mit viel Unterstützung der bestehenden Waldorfkindergärten der Waldorfkindergarten Karlshorst in einer Jugendstilvilla begründet. Heute werden hier Kinder in zwei Elementargruppen und einer Kleinkindgruppe betreut.
 
Nachdem die Aufnahmegespräche für die 1. Klasse für die Freie Waldorfschule Berlin Südost im Waldorfkindergarten Karlshorst stattfanden und dort auch das erste Büro der Schule Unterschlupf gefunden hatte, hat sich dann 1995 der Kindergarten der Freien Waldorfschule Berlin-Südost gegründet. In Berlin Oberspree hat der Kindergarten auf dem Schulgrundstück und direkt an der Spree gelegen, lange Zeit das Schulleben bereichert. 2003 zog der Kindergarten um und befindet sich nun in einem alten Kindergartengebäude in unmittelbarer Nähe zur Schule.
 
1991 hat sich aus einer starken Elterninitiative die Waldorfkindergarteninitiative Moosgärtlein in Frankfurt/Oder gegründet. Den Kindergarten begleiteten viele Umzüge und das Versprechen ein geeignetes Haus zu finden. Heute befindet er sich in einem ehemaligen Kindergarten.
 
Auch 1991 begründete sich die Waldorfkindergarteninitiative Schwalbennest. Das Schwalbennest hat sich durch die Initiative einer Mutter gegründet, wobei der Bürgermeister von Jühnsdorf den Kindergarten sehr unterstützte und ihm geeignete Räume anbot, in denen dann das Schwalbennest seine Herberge finden konnte. Das Schwalbennest war nie mit vielen Kindern gesegnet. Man hoffte auf Zuzüge aus Berlin oder dem Ausland, da Investoren in der Nähe Industrie angesiedelt hatten.
 
Zwischen 1994 und 1996 musste der Kindergarten einige Monate schließen. Die Region der Waldorfkindergärten unterstützte diese kurzzeitige Schließung auch wirtschaftlich. Der Kindergarten ist dann nach einigen ruhigen Jahren in Jühnsdorf, nach Rangsdorf umgezogen und besteht dort nun Zweigruppig.
 
Eine weitere Neugründung entstand aus einer kleinen Gruppe Eltern direkt nach der Wende. Ostern 1991 konnten die ersten Kinder in einer Ladenwohnung im Waldorfkindergarten Prenzlauer Berg betreut werden. Ab 1992 wurden dann 28 Kinder in zwei Kindergartengruppen gegründet. 1997 wurden zwei weitere Gruppen gegründet, wovon eine Gruppe die „Wiegestube“ war. Hier wurden Kinder ab 1,5 Jahren betreut. Im Herbst 2007 ist der Kindergarten in die Choriner Straße umgezogen. Nun gibt es fünf Gruppen und einen großen eigenen Garten in dem auch Platz für den Neubau war. Des weiteren hat sich aus dem Kindergarten im Neubau auch das Familienzentrum „Honigpumpe“ begründet, welches als Projekt der ganzen Familie Hilfe, Information und Austausch anbietet. So z.B. durch Beratung, Elterngesprächskreise und Spielkreise.
 
1992 gründete sich in Potsdam, nicht ganz ein Jahr nach der Trägervereinsgründung und etwas später als die Waldorfschule, der Waldorfkindergarten Wall am Kietz in den Räumen der Schule. 1993 zog der Kindergarten an seinen heutigen Standort, den Wall am Kietz, inmitten der Stadt und doch im Grünen!
 
1992 gründete sich nach dem Hort und der Schule in Kleinmachnow auch der Waldorfkindergarten Kleinmachnow der heute in Kleinmachnow 90 und in Stahnsdorf 43 Kinder betreut. In Stahnsdorf konnte man schöne Räume im Zusammenhang mit einer Altbausanierung für die Kinderbetreuung herrichten. In Kleinmachnow liegt der Kindergartenbau direkt in einem schönen Waldgelände. Nach vielen Jahren der Erweiterungen in Kleinmachnow scheint der Bedarf an Kindergartenplätzen nun endlich annähernd gedeckt zu sein.
 
1992 wurde in Cottbus in einer alten Villa der Betrieb des Waldorfkindergartens aufgenommen. Heute befindet sich der Kindergarten inmitten eines Wohngebietes und es werden dort in vier Gruppen insgesamt 63 Kinder betreut.
 
1994 gründete sich im östlichen Brandenburg an der Grenze zu Berlin der Waldorfkindergarten Falkensee. Hier wurden viele Jahre in zwei Gruppen in einem schönen aber engen Haus und in einem kuscheligen Garten bis zu 40 Kinder betreut. Anfang 2008 hat der Kindergarten sein neues Heim in einem großzügigen Neubau mit eigenem großem Garten bezogen.
 
1995 hat sich der in Herrn Rassow’s Text erwähnte Kindergarten Weimarische Straße umbenannt in Waldorfkindergarten Rosenhof.
 
1997 wurde der alte Kinderladen Hollerbusch der erste Waldorfkinderladen in Berlin. Mitten in Kreuzberg gelegen, haben die Erzieherinnen im Hollerbusch schon seit vielen Jahren Waldorfpädagogik betrieben und mit den Eltern darüber diskutiert. Die Umstellung vom Kinderladen zum Waldorfkinderladen war ein großer Schritt und hat ihm nicht geschadet. Nach wie vor lebt in ihm die Ladenstimmung und die wird er am Rande von Kreuzberg und direkt am Görlitzer Park hoffentlich viele Jahre hin weiterhin erhalten können.
 
1997 wurde in Friedenau der heutige Waldorfkindergarten Elfenreigen gegründet. Mit seinen beiden Kindergartengruppen und dem kleinen Außengelände deckt er den Bedarf nach vielen Waldorfkindergartenplätzen in Schöneberg mit ab. Aus ihm heraus und mit großer Unterstützung der Waldorfkindergärten Berlin-Brandenburg gründete sich der heutige Waldorfkindergarten Friedenau in unmittelbarer Nachbarschaft.
 
1998 gründete sich aus den vielen Absagen, die die Waldorfkindergärten Prenzlauer Berg, Pankow und Wedding an interessierte Eltern geben mussten, eine Neugründungsinitiative. Sie gründete letzten Endes im westlichen Pankow, an der Grenze zum Märkischen Viertel den Waldorfkindergarten Sonnenhaus. Die Kinder werden in einem über 100 Jahre alten Fachwerkhaus betreut, zu welchem ein riesiger Garten mit einem großen Ahornbaum gehört. Die Kinder werden in drei Gruppen betreut, von denen eine eine Kleinkindgruppe ist. Für die dritte Gruppe sind 2001 in einer erneuten Aus-, Renovierungs- und Umbauaktion sehr schöne neue Gruppenräume im Hause entstanden.
 
1999, nach längeren Umbaumaßnahmen nahm der Waldorfkindergarten Westend seinen Betrieb auf. Durch Engagement der Waldorfkindergärten Berlin-Brandenburg, vieler Eltern und dem Kindergarten wohl gesonnenen Menschen, konnte erst einmal ohne gesicherte Zuschüsse Seitens des Berliner Senates begonnen werden. Heute werden in Westend bei voller Bezuschussung 34 Kinder in zwei Gruppen betreut. Der Kindergarten befindet sich in einem freistehenden Haus auf einem großen Gartengelände. 1997 in der Sommerpause nahm die Waldorfkindergarteninitiative Havelhöhe ihren Betrieb auf. Der Kindergarten hat sich aus Mitarbeitern des Gemeinschaftskrankenhauses und einer Erzieherin gegründet, als deutlich wurde, dass in solch einem anthroposophischen Krankenhaus ein Kindergarten nicht fehlen darf. Der Kindergarten liegt auf dem Krankenhausgelände in unmittelbarer Nähe zur Havel. Die Tierhaltung ist ein großer Bestandteil in der pädagogischen Arbeit.
 
2001 gründete sich in Potsdam der zweite Waldorfkindergarten. Er befindet sich direkt auf dem Gelände der Freien Waldorfschule Potsdam und in deren Trägerschaft. Da die Kindergartenplätze in Potsdam den Bedarf längst nicht mehr decken konnten, war dieser Schritt dringend notwendig.
 
2003 hat sich im Rahmen der Freien Waldorfschule Emil Molt in einer Jugendstilvilla in Zehlendorf ein Kindergarten mit drei Gruppen gegründet, von denen eine Gruppe eine Wiegestube für die ganz Kleinen Kinder ist. Der Kindergarten konnte keinen Platz direkt auf dem Schulgelände finden, aber in unmittelbarer Nähe zum angrenzenden Park.
 
Nach einer weiteren Initiative aus den Waldorfkindergärten Pankow, Prenzlauer Berg und Wedding haben 2003 auch die Pforten des Waldorfkindergartens Wurzelwerk im Prenzlauer Berg geöffnet. Der Bedarf an Kindergartenplätzen ist in diesem Bezirk nach wie vor sehr hoch. Der Kindergarten entstand in zwei sehr schönen Ladenwohnungen, in denen sich zwei Gruppen befinden und die Kinder Tag ein Tag aus spielen dürfen. Des Weiteren hat der Kindergarten den Innenhof als Außengelände gestaltet, so dass nicht immer die öffentlichen Spielplätze bespielt werden müssen.
 
2004 eröffnete der Waldorfkindergarten Zaubernuss in Schildow in Brandenburg. Eine längere Umbauaktion ließ hier nördlich von Berlin wunderschöne Räume entstehen und der große Garten lädt zum Spielen ein.
 
Seit 2006 gibt es den Waldorfkinderladen Munkelrübe. Die Munkelrübe hat Jahrzehnte am Ende von Kreuzberg hervorragende Arbeit mit Eltern und Kindern geleistet. Nun war es nach langen Jahren der Waldorfpädagogik Zeit auch Mitglied in der Internationalen Vereinigung der Waldorfkindergärten zu werden. Seitdem gibt es vier Waldorfkindergärten in Kreuzberg, davon zwei Kinderläden.
 
Im Jahr 2006 begründete sich die Waldorfkindergarteninitiative Fliederhof in unmittelbarer Nähe der Waldorfkindergärten Prenzlauer Berg und Wurzelwerk. Die Initiative war nötig geworden, weil der Bedarf an Kindergartenplätzen im Prenzlauer Berg bei weitem nicht gedeckt war. Der Fliederhof hat in zwei Remisen auf einem typischen Berliner Hinterhof seine Heimat gefunden. Es werden dort Kinder in drei Gruppen betreut. Der Hof ist gleichzeitig auch die Außenfläche für die Kinder.
 
Karsten Bauer