Präambel

Im Jahre 1969 ist die Internationale Vereinigung der Waldorfkindergärten mit 69 Gründungsmitgliedern gestartet. Heute – im Jahre 2019 – bestehen bereits rund 1.600 Kindergärten in 64 Ländern, davon allein in Deutschland über 520 Kindergärten. Um den Selbstverwaltungsimpuls und schlechthin die Arbeitsfähigkeit der Waldorfkindergartenbewegung angesichts dieser stetigen Entwicklung zukunftsorientiert fortzuführen, schließen sich die Waldorfkindergärten des Regionalkreises Berlin/Brandenburg als Bestandteil der Internationalen Vereinigung der Waldorfkindergärten e.V.(IVW) in eigener Rechtsträgerschaft als „Vereinigung der Waldorfkindergärten Berlin/Brandenburg“ zusammen.

Mit dieser Rechtsträgergründung übernimmt der Regionalkreis Berlin/Brandenburg innerhalb der IVW die Verantwortung für sein Tun im Rahmen der Waldorfkindergartenbewegung und folgt damit dem, für die gesamte Waldorfbewegung fundamentalen Selbstverwaltungsgrundsatz, der beinhaltet, dass die Aufgaben und Verantwortungen dort geleistet und übernommen werden, wo Menschen in einem besonderen Arbeitszusammenhang stehen und die Arbeit sachgemäß getan werden kann.

Mit unserem Tun verstehen wir uns als organischen Bestandteil der Internationalen Vereinigung der Waldorfkindergärten und unterstützen deren satzungsgemäße Aufgabenerfüllung. Darüber hinaus sind wir Teil der Internationalen Waldorf-kindergartenbewegung.

§ 1   Name, Sitz und Geschäftsjahr

1.1​

Der Verein führt den Namen „Vereinigung der Waldorfkindergärten Berlin/Brandenburg“.

1.2

Er hat seinen Sitz in Berlin.

1.3

Er soll in das Vereinsregister eingetragen werden. Nach der Eintragung führt er den Zusatz e.V.

1.4

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

§ 2 Zweck

2.1​

Zweck des Vereins ist die Förderung von Bildung und Erziehung in Kindergärten oder ähnlichen Einrichtungen der Erziehung und Jugendhilfe, die auf der Grundlage der Pädagogik Rudolf Steiners in der Region Berlin/Brandenburg arbeiten sowie die Mitarbeit der Region in dem nationalen und gegebenenfalls internationalen waldorf-pädagogischen Arbeitszusammenhang. Zweck ist auch die Förderung von Wissenschaft und Forschung.

2.2​

Der Verein will in allen Angelegenheiten tätig werden, die in ihren Auswirkungen über den Bereich der einzelnen Mitglieder hinausgehen und für die Gesamtheit der Mitglieder des Regionalkreises Berlin/Brandenburg von Bedeutung sind.

2.3

Der Verein nimmt die in der Satzung der Internationalen Vereinigung der Waldorfkindergärten e.V. festgelegten Aufgaben eines Regionalkreises Berlin/Brandenburg wahr, insbesondere in dieser Funktion die Vertretung des Regionalkreises Berlin/Brandenburg auf der Mitgliederversammlung/ Vertreterversammlung der Internationalen Vereinigung der Waldorfkindergärten.

2.4

Der Verein will die regionale Zusammenarbeit aller in der Waldorfpädagogik engagierten Menschen und gesellschaftlichen Kräfte fördern.

2.5

Der Verein soll deshalb insbesondere folgende Aufgaben wahrnehmen:

2.5.1

Die Beratung und Unterstützung bei der Gründung, Einrichtung und dem Betrieb von Rudolf Steiner- oder Waldorfkindergärten oder ähnlichen sozialpädagogischen Einrichtungen, wie z.B. Horten, Kleinstkinderbetreuung oder Tageseinrichtungen in der Region Berlin/Brandenburg.

2.5.2

Die Beratung, Aus- und Fortbildung von Erzieherinnen und Erziehern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Auszubildenden und Vorständen von sozialpädagogischen Einrichtungen sowie die Förderung von entsprechenden Ausbildungsstätten und Seminaren in der Region Berlin/Brandenburg.

2.5.3

Die Durchführung von wissenschaftlichen, kulturellen und bildungspolitischen Veranstaltungen.

2.5.4

Die Unterstützung von Wissenschaft und Forschung, insbesondere finanziell oder durch Feldforschung.

2.5.5

Die Durchführung der regionalen Öffentlichkeitsarbeit.

2.5.6

Die Sicherstellung des Vorliegens und der ständigen Aufrechterhaltung der qualitativen Voraussetzungen für das Recht der Nutzung der Namen „Rudolf Steiner“ oder „Waldorf“ als Verbandszeichen in Verbindung mit Tagespflege und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

2.5.7

Die Empfehlung zur Vergabe des Rechts zur Führung des Namens „Waldorf“ oder „Rudolf Steiner“ in Verbindung mit Vereinen oder sozialpädagogischen Einrichtungen in der Region Berlin/Brandenburg durch die Internationale Vereinigung der Waldorfkindergärten an ordentliche Mitglieder im Sinne von § 4.1 dieser Satzung.

2.5.8

Die Koordination der gegenseitigen Unterstützung der Mitgliedseinrichtungen in allen Angelegenheiten.

2.5.9

Die Unterstützung der einzelnen Mitgliedseinrichtungen bei deren satzungsgemäßer Aufgabenerfüllung.

2.5.10

Die Aufgabenwahrnehmung eines Trägerverbundes und diesbezüglich die Funktion eines Vertragspartners für das Land Berlin in allen Angelegenheiten, die die rechtlichen Bedingungen zum Betrieb von Kindergärten oder sonstigen Tageseinrichtungen betreffen.

§ 3 Gemeinnützigkeit

3.1​

Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung in der jeweils gültigen Fassung.

3.2​

Der Verein ist im Rahmen seiner Zweckbestimmung selbstlos tätig und verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.

3.3

Die Mittel des Vereins werden nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet. Die Mitglieder des Vereins dürfen in ihrer Eigenschaft als Mitglieder keine Zuwendungen aus diesen Mitteln erhalten und haben bei ihrem Ausscheiden oder bei Auflösung des Vereins keinen Anspruch auf Anteile an den Vereinsmitteln. Der Verein darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigen.

§ 4 Mitgliedschaft

4.1​

Ordentliche Mitglieder des Vereins können auf Antrag gemeinnützige Träger von Einrichtungen im Sinne von § 2.1 werden, welche den Zweck des Vereins unterstützen möchten.

4.2​

Außerordentliche Mitglieder können alle Initiativen zur Gründung von Einrichtungen der Erziehung und Jugendhilfe werden, die auf der Grundlage der Pädagogik Rudolf Steiners in der Region Berlin/Brandenburg arbeiten.

4.3

Assoziierte Mitglieder können alle natürlichen oder juristischen Personen werden, welche eine dem Zweck des Vereins nahe stehende Zielsetzung haben und eine enge Zusammenarbeit pflegen möchten.

4.4

Fördernde Mitglieder können alle natürlichen und juristischen Personen werden, die Einrichtungen im Sinne von § 2 der Satzung unterstützen möchten.

4.5

Die Mitgliedschaft ist schriftlich zu beantragen. Über die Aufnahme entscheidet die Mitgliederversammlung durch Beschluss. Solange über einen Aufnahmeantrag noch nicht entschieden worden ist, kann die Mitgliederversammlung dem Antragsteller einen Gaststatus zur Teilnahme an den Mitgliederversammlungen einräumen.

4.6

Die Mitgliedschaft endet:

  • durch Austritt, der unter Einhaltung einer Frist von 3 Monaten zum Jahresende möglich ist und schriftlich erklärt werden muss
  • durch den Tod einer natürlichen oder die Auflösung einer juristischen Person
  • durch Ausschluss aus einem wichtigem Grund, über den die Mitgliederversammlung beschließen muss.

§ 5 Organe des Vereins

5.1​

Organe des Vereins sind:

5.1.1

die Mitgliederversammlung

5.1.2

der Vorstand

5.1.3

die Arbeitsgemeinschaft

§ 6 Mitgliederversammlung

6.1​

Die Mitgliederversammlung  ist als oberstes Organ des Vereins Arbeits- und Beschlussgremium der ordentlichen Mitglieder. In diesem Rahmen wählt sie auch die Vertreter des Regionalkreises Berlin/Brandenburg für die Vertreterversammlung der Internationalen Vereinigung der Waldorfkindergärten.

6.2

Die Mitgliederversammlung ist eine für alle Mitglieder öffentliche Versammlung. Antrags- und Stimmrecht obliegt den ordentlichen Mitgliedern.

6.3

Die Mitgliederversammlung findet mindestens einmal jährlich statt.

6.4

Darüber hinaus finden Mitgliederversammlungen statt, wenn es  mindestens 1/5 der Mitglieder beantragen.

6.5

Die Mitgliederversammlung wird vom Vorstand schriftlich oder per email an die letzte, bekannt gegebene Adresse unter Bekanntgabe der Tagesordnung mit einer Frist von 10 Tagen einberufen.

6.7

Jede Mitgliedseinrichtung wird durch einen beauftragten Vertreter vertreten. Die Beauftragung erfolgt schriftlich. Die Form der Offenlegung der Beauftragung wird in der Geschäftsordnung geregelt. Jeder anwesende beauftragte Vertreter hat eine Stimme.

6.8

Die Versammlung ist beschlussfähig, wenn sie ordnungsgemäß einberufen wurde. Sie fasst ihre Beschlüsse nach Möglichkeit einmütig, d.h. einstimmig bei beliebigen Stimmenthaltungen. Beschlüsse werden, wenn Einmütigkeit nicht zu erzielen ist, mit einer Mehrheit von drei Vierteln der abgegebenen Stimmen der anwesenden Stimmberechtigten gefasst, wobei Stimmenthaltungen nicht gezählt werden. Kommt eine solche Mehrheit nicht zustande, wird die Beschlussfassung vertagt und erfolgt erst bei der folgenden Mitgliederversammlung von den anwesenden Stimmberechtigten mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen, wobei Stimmenthaltungen nicht gezählt werden.
Bei Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt.

6.9

Beschlüsse über Satzungsänderungen bedürfen der Mehrheit von drei Vierteln der anwesenden Stimmberechtigten.

6.10

Über die Mitgliederversammlung ist ein Protokoll aufzunehmen, das vom Versammlungsleiter und vom Protokollführer zu unterzeichnen ist.

§ 7 Vorstand

7.1​

Der Vorstand besteht aus zwei bis sieben natürlichen Personen. ​Die ​Vorstandsmitglieder regeln ihre Funktionsverteilung selbst-​verantwortlich.

7.2

Der Vorstand kann zu seiner Unterstützung einen Geschäftsführer berufen.

7.3

Der Vorstand ist auf der Grundlage der Beschlüsse der Mitgliederversammlung für die Führung der Geschäfte und die Vertretung des Vereins verantwortlich.

7.4

Der Vorstand wird durch zwei Mitglieder gemeinschaftlich vertreten.

7.5

Der Vorstand wird durch die Mitgliederversammlung gewählt. Blockwahl ist zulässig. Bei der Wahl wird Einmütigkeit angestrebt, d.h. Einstimmigkeit bei beliebigen Stimmenthaltungen. Wenn Einmütigkeit nicht erzielt wird, ist gewählt, wer die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen der anwesenden Stimmberechtigten erhält, wobei Stimmenthaltungen nicht gezählt werden.

7.6

Die Wahl des Vorstandes erfolgt für die Dauer von 2 Jahren; Wiederwahl ist zulässig.

7.7

Der Vorstand gibt sich seine Geschäftsordnung selbst.

§ 8 Arbeitsgemeinschaft

8.1​

Die Arbeitsgemeinschaft ist ein regelmäßig tagendes Gesprächs- und Beratungsforum der ordentlichen Mitglieder. Auf Antrag kann dem gemeinnützigen Träger einer Einrichtung bis zur Erlangung der Mitgliedschaft ein Gaststatus eingeräumt werden. Sie ist kein Beschlussgremium.

8.2

Die Arbeitsgemeinschaft regelt ihre Arbeitsweise selbst. Diese wird unter den anwesenden Mitgliedern abgestimmt und kann jederzeit innerhalb der Arbeitsgemeinschaft von den anwesenden Mitgliedern neu geregelt werden.

§ 9 Zusammenschlüsse auf fachlichem Felde (Fachgremien)

9.1​

Dozenten von Ausbildungsstätten und Seminaren, Pädagogische Mitarbeiter sowie Vorstände oder Geschäftsführer der Träger von Mitgliedseinrichtungen sowie in der Betreuung der Mitglieder oder Mitgliedseinrichtungen Tätige oder sonst fachliche und/oder örtliche Gruppierungen können sich zu regelmäßiger Arbeit im Rahmen einer Aufgabenerfüllung im Sinne des § 2 dieser Satzung zu Fachgremien zusammenschließen.

9.2

Solche Zusammenschlüsse beschreiben ihre Arbeitsweisen selbst und geben diese der Mitgliederversammlung zur Kenntnis.

9.3

Die Mitgliederversammlung kann solche Fachgremien als beratende Unterstützung des Vorstandes oder Vereins bestätigen oder deren Einrichtung beschließen und diesen eine Aufgabenwahrnehmung übertragen.

§ 10 Beiträge

10.1​

Die wirtschaftliche Grundlage des Vereins sind die Mitgliedsbeiträge und Spenden.

10.2

Die Höhe der Mitgliedsbeiträge der ordentlichen Mitglieder, die Art ihrer Erhebung und das Verfahren der Beitragsfeststellung werden von der Mitgliederversammlung festgesetzt. Die Mitgliedsbeiträge decken die Erfüllung der regionalen Aufgaben ab und beinhalten auch die zu zahlenden Beiträge des Regionalkreises an die IVW. Die Höhe der Beiträge ist so zu bemessen, dass diese Aufgabenerfüllung sichergestellt werden kann.

10.3

Die Höhe der Mitgliedsbeiträge der assoziierten und fördernden Mitglieder beträgt 3 € monatlich zur Deckung der Verwaltungskosten (Kostendeckungssatz) und werden ansonsten der Selbsteinschätzung dieser Mitglieder überlassen. Der Vorstand ist befugt den Kostendeckungssatz jeweils zum Beginn des Geschäftsjahres neu festzulegen.

10.4

Die außerordentlichen Mitglieder haben ihren Beitrag zur Erfüllung der regionalen Aufgaben zu leisten. Die Höhe dieser Mitgliedsbeiträge, die Art ihrer Erhebung und das Verfahren der Beitragsfeststellung werden von der Mitgliederversammlung festgesetzt.

§ 11 Auflösung des Vereins

11.1​

Die Auflösung des Vereins bedarf der Zustimmung von drei Vierteln der anwesenden Stimmberechtigten einer ordnungsgemäß, gesondert für diesen Zweck einberufenen Mitgliederversammlung.

11.2

Bei Auflösung oder Aufhebung des Vereins fallen die Mittel und Werte des Vereins an die Internationale Vereinigung der Waldorfkindergärten e.V., ersatzweise an die Waldorf-Stiftung, welche die Mittel und Werte des Vereins ausschließlich und unmittelbar für gemeinnützige Zwecke zu verwenden haben.

§ 12 Satzungskorrekturen

12.1​

Änderungen der Satzung, die vom Registergericht oder von zuständigen Behörden verlangt werden (z.B. vom Finanzamt wegen Anerkennung der Gemeinnützigkeit), kann der Vorstand ohne Einberufung einer Mitgliederversammlung vornehmen.

12.2

Über solche Satzungsänderungen sind die Mitglieder vom Vorstand unmittelbar in Kenntnis zu setzen.

Berlin, den 18. Juni 2011
Geprüft auf Richtigkeit und Vollständigkeit gemäß § 71 Abs. 1 Satz 4 BGB